»Eines Tages war der Klassenlehrer bei uns zu Hause, Herr Fackelmann – ein toller Lehrer.
›Frau Stenzel, Ihre Tochter hat gute Leistungen. Wir schicken sie zur EOS.‹
Da war mein Vater natürlich stolz wie ein Spanier – er konnte als Arbeiter nur acht Klassen machen. Meine Mutti ja auch.
Also, das war das Größte, was seiner Familie widerfahren konnte.
›Opa, stell dir mal vor, ich soll zur EOS.‹
Mein Opa stand am Waschbecken und rasierte sich:
›Mecken lernen müsste so lang als du jung bist. Nachher begriffst du das nicht mehr so.‹ [Mädchen, lernen musst du, solang du jung bist, nachher begreifst du das nicht mehr so gut.]
Dann war das zu der Zeit so, Anfang der 70er: Die Mädchen wurden Lehrer und die Jungen Offiziere, nur ganz wenige wurden Ärzte, Architekten oder irgendwas anderes.«
Karin Zimmermann
»Ich bin 1977 zur Armee gegangen. Ich war am Gymnasium, also an der EOS und habe Abitur gemacht. Die Bedingung für einen Studienplatz war bei den jungen Männern, dass man drei Jahre Armee machte – sonst hätte ich keinen Studienplatz gekriegt. Der Grundwehrdienst war ein Jahr, aber man musste sich für drei Jahre verpflichten. Da hat man dann auch ein bisschen mehr Stipendium gekriegt.«
Uwe Fackelmann