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Sozialistischer Frühling

Der ›sozialistische Frühling‹ bezeichnet die letzte Phase der Kollektivierung der Landwirtschaft im Frühjahr 1960. Auf ihrem V. Parteitag (1958) beschloss die SED, die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft zu beschleunigen. In der Folge wurde die Kollektivierung in der DDR zwangsweise vollendet. Unter starkem politischen Druck mussten sich viele der noch privat wirtschaftenden Bauern in Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zusammenschließen.

»[Nach dem Krieg] hatte sich mein Vater hier alles aufgebaut. Er hatte sich schon so einen Lanz Bulldog [Traktor] gekauft – zur Erleichterung für seinen Privatacker. Aber den konnte er nicht lange benutzen.
Wir hatten fast 30 Kühe, 60 Schweine und 3 Pferde mit Fohlen – man hatte sich nach dem Krieg so hochgearbeitet. Dann kam der sozialistische Frühling, und dann ging das so schnell. Sie mussten das mit einem Mal alles abgeben.« Heike Fischer

Siehe auch:
Bodenreform
Werktätige Bauern
Kollektivierung
Landwirtschaftspolitik (Grafik)