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  • MUNA

    Heeresmunitionsanstalt bei Löcknitz

    »Ich wollte ja, nachdem mein zweiter Sohn geboren wurde, nicht mehr in die LPG zurück.
    Dann kam jemand von der Partei und sagte, ich soll in die Partei eintreten, dann besorgt er mir Arbeit. Er hatte das Formular schon dabei.
    Und dann habe ich mich ’79 bei der Muna beworben.
    Die Muna war, als ich dort war, ein Materiallager für Fahrzeuge – aber keine Kampffahrzeuge. LKWs und Motorräder bis hin zum Trabbi hatten wir alles, und auch die ganzen Ersatzteile – eben alles, was in der Armee gebraucht wurde.
    Es war ja dann so: Wir durften ja nichts sagen. Der Satz ist mir so im Gedächtnis geblieben: ›Das sind ganz kleine Puzzlesteine, und diese Puzzlesteinen setzt sich die BRD – das war ja der Feind – zusammen, und dann wissen die alles.‹
    Diese Angst, das kann man sich gar nicht vorstellen.
    Hans Görs, der ABV musste mir ausstellen, dass ich ein normaler Bürger bin, keine Verbindungen zur BRD habe und keinen Westbesuch bekomme.« Annelore Schönstedt

    »1934 wurde hier im Wald die Muna gebaut. Das war eine Anlage, in der Artilleriemunition scharf gemacht wurde – das heißt, sie wurde hier mit Pulver und Sprengstoff gefüllt.
    Dafür wurde 1940 durch belgische Kriegsgefangene die Straße von Löcknitz bis an den Rand von Rothenklempenow gebaut.
    Dann wurde zusätzlich noch die Muna 2 eingerichtet – das war eine Anlage, in der Artilleriemunition mit Giftgasen gefüllt werden sollte.
    Und Gott sei Dank ist Hitler nicht auf die Idee gekommen, mit diesen Waffen noch zu schießen. Aber als Ende April die sowjetische Armee hierherkam, wurden alle gesprengt.
    Was davon in den Untergrund gegangen ist … also, ich weiß nur, dass es allein im Bundestag über diese Angelegenheit „Muna“ 270 Dokumente mit ungefähr 1000 Seiten gibt. Wir haben also eine der größten Kriegshinterlassenschaften hier, weil Sarin ein Giftgas ist, das im Grundwasser weiterwirkt.
    Und weil das Gebiet ja ein Sperrgebiet war und in der DDR nichts weiter unternommen wurde, hat man dort Baracken aufgestellt und dann ein Versorgungslager für die NVA installiert.« Siegfried Göbel