»Genau am 7.7.1977 haben wir – die Buchhaltung – uns als Kollektiv der sozialistischen Arbeit gegründet. Die Brigaden Buchhaltung, Wäsche, Reinigungskräfte und Wachschutz praktisch alle, die im Schwarzbereich tätig waren, das war ein Kollektiv der sozialistischen Arbeit. Da wurde dann ein Jahresprogramm zusammengestellt und das musste dann auch abgearbeitet werden, Betriebsausflüge usw. – alles gesellschaftlich. Da hing dann auch ein bisschen Geld dran. Man musste das abrechnen, aber konnte eben mal einen schönen Betriebsausflug machen, schön feiern – nur immer im Kollektiv.« Heidi Hamann
Kollektiv der sozialistischen Arbeit in Grünhof – Auszeichnung der Gruppe Verwaltung, Betriebsschutz, Küche, Reinigung und Betriebswäsche.
»So viele Medaillen, wie die DDR hatte, gab es in der ganzen Welt nicht.
Also Urkunden wurden so viele gedruckt, die wurden jede Woche verteilt.« Siegfried Göbel
»Also Aktivist wurde man, wenn es sein musste, alle paar Jahre.« Karin Zimmermann
»Also, als jüngere Generation ist man da reingewachsen, und man hat es als gegeben angesehen, weil man es ja auch gar nicht anders kannte.« Gabi Wels
»Nach 1953 begann dann für die ländliche Bevölkerung eigentlich die ganz große Umwälzung hin zu dieser heute so eingestuften Zwangskollektivierung. Die ist unterschiedlich zwischen den einzelnen Dörfern verlaufen. Einige haben sich erst faktisch auf den Druck, der im März 1960 ausging, zu einer Genossenschaft umgebildet, andere haben das schon vorher getan.
1960 hat die sozialistische Umgestaltung, die Zwangskollektivierung, wie es heute heißt, dazu geführt, dass die DDR faktisch 1961 und ‘62 vor der Tatsache stand, wieder die Lebensmittelmarken einzuführen. Die Struktur war ja einfach zusammengebrochen.« Siegfried Göbel