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  • KOG – Kooperationsgemeinschaft

    »In der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft begann ab Mitte 1960-iger auch in unserer Region die Bildung einer Kooperationsgemeinschaft (KOG) der Orte: Zerrenthin, Bismark, Plöwen, Pampow, Blankensee, Boock, Mewegen, Gorkow,Glashütte, Grünhof und Rothenklempenow.« Dorfchronik von Rothenklempenow, Birgit Jawinski und Klaus Ziermann

    Siehe auch → Landwirtschaftspolitik

     

  • Kollektiv der sozialistischen Arbeit

    »Genau am 7.7.1977 haben wir – die Buchhaltung – uns als Kollektiv der sozialistischen Arbeit gegründet. Die Brigaden Buchhaltung, Wäsche, Reinigungskräfte und Wachschutz praktisch alle, die im Schwarzbereich tätig waren, das war ein Kollektiv der sozialistischen Arbeit. Da wurde dann ein Jahresprogramm zusammengestellt und das musste dann auch abgearbeitet werden, Betriebsausflüge usw. – alles gesellschaftlich. Da hing dann auch ein bisschen Geld dran. Man musste das abrechnen, aber konnte eben mal einen schönen Betriebsausflug machen, schön feiern – nur immer im Kollektiv.«
    Heidi Hamann

     

    Kollektiv der sozialistischen Arbeit in Grünhof – Auszeichnung der Gruppe Verwaltung, Betriebsschutz, Küche, Reinigung und Betriebswäsche.

    »So viele Medaillen, wie die DDR hatte, gab es in der ganzen Welt nicht.
    Also Urkunden wurden so viele gedruckt, die wurden jede Woche verteilt.«
    Siegfried Göbel

    »Also Aktivist wurde man, wenn es sein musste, alle paar Jahre.«
    Karin Zimmermann

    »Also, als jüngere Generation ist man da reingewachsen, und man hat es als gegeben angesehen, weil man es ja auch gar nicht anders kannte.«
    Gabi Wels

  • Kollektivierung

    »Nach 1953 begann dann für die ländliche Bevölkerung eigentlich die ganz große Umwälzung hin zu dieser heute so eingestuften Zwangskollektivierung. Die ist unterschiedlich zwischen den einzelnen Dörfern verlaufen. Einige haben sich erst faktisch auf den Druck, der im März 1960 ausging, zu einer Genossenschaft umgebildet, andere haben das schon vorher getan.

    1960 hat die sozialistische Umgestaltung, die Zwangskollektivierung, wie es heute heißt, dazu geführt, dass die DDR faktisch 1961 und ‘62 vor der Tatsache stand, wieder die Lebensmittelmarken einzuführen. Die Struktur war ja einfach zusammengebrochen.« Siegfried Göbel

    Siehe auch:
    Bodenreform
    Werktätige Bauern
    Sozialistischer Frühling
    Landwirtschaftspolitik

  • Konsumtion

    »Die KAP Rothenklempenow fing 1973 mit einer Konsumtion (Lohn) von 7500 Mark jährlich je Arbeitskraft an (…) Hinzu kamen noch Naturalien von 1 Morgen Land. Es gab Genossenschaftsbauern, die noch zusätzlich um die 10.000 Mark jährlich zuverdienten.« Hans Rengert, Die Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion, Löcknitz 2007.

    »Wenn die LPG in einem Jahr schlecht verdient hätte, wäre für die Mitglieder kein Geld rausgekommen. Wer nicht Mitglied war, bekam zwar mehr Geld ausgezahlt, aber am Ende eben keine Jahresendauszahlung. Und die war ja in dem Moment das gesparte Geld. Wenn man Mitglied war, hatte man aber auch ein bisschen mehr Verpflichtungen. Mein Mann musste zum Beispiel einen Morgen Runkel hacken – das haben wir dann beide gemacht.
    Die LPG hat Futtermittel gestellt, damit man sich Tiere halten konnte – das nannte sich Deputat. Wenn ein Schwein schlachtreif war, wurde von der LPG organisiert, dass die 20 oder 30 Schweine, die im ganzen Dorf zusammengekommen waren, mit einem Stift gekennzeichnet wurden – also, wem welches Schwein gehörte – und dann nach Pasewalk zum Schlachthof gingen. Dort wurden sie gewogen und die Qualität festgestellt. Viele Tiere sind vom Dorf auch direkt ins Ausland gegangen, und danach richtete sich dann der Preis.« Gabi Wels

    »Abends die Kinder ins Bett – und wir mussten dann noch nach hinten, da war ja unser Land, da ging’s weiter. Wir hatten Bullen, wir hatten Schweine, Hühner, Enten – wir hatten alles. Das war unser Geld, das wir dazuverdient haben. Und wir haben ja dann auch gebaut, aber von dem, was wir verdient haben, konnten wir das nicht allein schaffen.
    Den Bullen haben wir abgegeben, aber wir haben auch geschlachtet – ein Schwein haben wir immer geschlachtet.« Annelore Schönstedt
    »Oder man hat Tabak angebaut – entweder Viehzeug oder Tabak. Das waren immer die zusätzlichen Einnahmen, die man hatte, wovon man sich mal was Besonderes leisten konnte: ein Auto kaufen, ein bisschen was modernisieren oder auch mal in den Urlaub fahren.« Heidi Hamann

  • Kooperationsrat

    »Nach der Trennung zwischen Tier- und Pflanzenproduktion gab es einen Kooperationsrat, da war ich auch drin. Die Vorsitzenden der Tier- und Pflanzenproduktionsbetriebe und auch der Hauptbürgermeister gehörten diesem Kooperationsrat an. Wenn wir uns alle vier Wochen innerhalb der Kooperation getroffen haben, saß auch die Kommune mit am Tisch. Der Bürgermeister legte aus seiner Sicht seine Probleme dar, wir unsere – und dann wurde ein Konsens gefunden, wie wir uns gegenseitig unterstützen konnten.«

    Hans Rengert, Leiter der KAP, Renate Blümel, Vorsitzende der LPG Rothenklempenow und Bürgermeister Egon Behm.