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  • Individuelle Hauswirtschaft

    indivieduelle Haustiere

    »Die KAP Rothenklempenow fing 1973 mit einer Konsumtion (Lohn) von 7500 Mark jährlich je Arbeitskraft an (…) Hinzu kamen noch Naturalien von 1 Morgen Land. Es gab Genossenschaftsbauern, die noch zusätzlich um die 10.000 Mark jährlich zuverdienten.«
    Hans Rengert, Die Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion, Löcknitz 2007.

    »Wenn die LPG in einem Jahr schlecht verdient hätte, wäre für die Mitglieder kein Geld rausgekommen. Wer nicht Mitglied war, bekam zwar mehr Geld ausgezahlt, aber am Ende eben keine Jahresendauszahlung. Und die war ja in dem Moment das gesparte Geld. Wenn man Mitglied war, hatte man aber auch ein bisschen mehr Verpflichtungen. Mein Mann musste zum Beispiel einen Morgen Runkel hacken – das haben wir dann beide gemacht.
    Die LPG hat Futtermittel gestellt, damit man sich Tiere halten konnte – das nannte sich Deputat. Wenn ein Schwein schlachtreif war, wurde von der LPG organisiert, dass die 20 oder 30 Schweine, die im ganzen Dorf zusammengekommen waren, mit einem Stift gekennzeichnet wurden – also, wem welches Schwein gehörte – und dann nach Pasewalk zum Schlachthof gingen. Dort wurden sie gewogen und die Qualität festgestellt. Viele Tiere sind vom Dorf auch direkt ins Ausland gegangen, und danach richtete sich dann der Preis.«
    Gabi Wels

    Melkschemel statt Fernseher – HeikeFischer erzählt

    »Abends die Kinder ins Bett – und wir mussten dann noch nach hinten, da war ja unser Land, da ging’s weiter. Wir hatten Bullen, wir hatten Schweine, Hühner, Enten – wir hatten alles. Das war unser Geld, das wir dazuverdient haben. Und wir haben ja dann auch gebaut, aber von dem, was wir verdient haben, konnten wir das nicht allein schaffen.
    Den Bullen haben wir abgegeben, aber wir haben auch geschlachtet – ein Schwein haben wir immer geschlachtet.«
    Annelore Schönstedt

    »Oder man hat Tabak angebaut – entweder Viehzeug oder Tabak. Das waren immer die zusätzlichen Einnahmen, die man hatte, wovon man sich mal was Besonderes leisten konnte: ein Auto kaufen, ein bisschen was modernisieren oder auch mal in den Urlaub fahren.«
    Heidi Hamann

  • Internat

    »Meine Schwester ging nach Pasewalk in dieses Gymnasium [EOS], und da gab es auch ein Internat – weil ja kein Bus gefahren ist. Wie sollte sie da sonst immer hinkommen?
    Aber für sie war das Internatsleben ganz schrecklich. Sie ist oft in der Woche mit dem Fahrrad einfach von Pasewalk bis hierher gefahren – ganz, ganz oft. Sie war nicht so anpassungsfähig, und es hat ihr irgendwie überhaupt nicht gefallen. Die Internatsleiterin war sehr streng.
    Und ich war in Seewalde – das war so wie ein Nonnenhof. Ich habe Erzieher gelernt, das hieß damals Studium, zwei Jahre lang, mit 240 Mädchen. Das war auch sehr interessant. Seewalde liegt ungefähr 30 Kilometer von Neustrelitz entfernt.
    In Neustrelitz gab es eine große Bereitschaftspolizei, und mit der hatte unsere Schule einen Patenschaftsvertrag. Dann kam einmal im Monat ein Bus mit 40 Soldaten nach Seewalde – zu 240 Mädchen – und das nächste Mal ein Bus mit 40 Mädchen zu 500 Soldaten zur Tanzveranstaltung. Das war immer sehr lustig.
    Ich war ja nicht so ein Draufgängertyp, aber als Beobachter fand ich das immer cool, wie die sich alle gleich einen ausgesucht haben und hingestürzt sind. Die Lehrer saßen natürlich auch dabei und haben aufgepasst, dass keiner nach draußen, um die Ecke geht. Das war schon ein bisschen streng.« Heike Fischer