Das 1967 eingeführte Frauensonderstudium sollte auch berufstätigen Frauen und Müttern mit einem Direkt- oder Abendstudium an Fachschulen die Weiterbildung ermöglichen.
Studentenausflug – Bushaltestelle Neu-Grambow.
»Man musste verheiratet sein, Familie oder Kinder haben und aus dieser Region kommen – Delegierung über den Betrieb.
Wir haben weiterhin volles Geld bekommen.
Wir haben zwei Tage in der Woche bezahlt freibekommen: einen Tag für die Landwirtschaftsschule Löcknitz und einen Tag zum Lernen und für Hausaufgaben.
Unterm Strich dauerte es ungefähr fünf Jahre.
Es waren harte Zeiten, aber es waren auch schöne Zeiten.
Mein Leitfaden war: Aufgeben ist das Schlimmste, was es gibt – das habe ich da gelernt.
Mach mal ein Fernstudium, hab Kinder – da sind zwischendurch auch ganz viele Kinder geboren.
Viele haben auch das Handtuch geschmissen.
Wir haben gesagt: Wir haben jetzt drei Jahre durchgehalten, dann halten wir das vierte und fünfte auch noch durch.« Heidi Hamann
»Wir hatten in Borken eine Friseurstube, und alle 14 Tage haben wir von der PGH Friseure zwei Friseurinnen nach Borken geholt.
Die Damenwelt konnte dann um halb zehn oder halb elf morgens, nachdem sie ihre Kinder versorgt hatte, zum Dorffriseur gehen.
Sie mussten sich nicht aufs Fahrrad schwingen und nach Pasewalk fahren.
Die größte Freude war immer, wenn Betriebsfeste oder Abteilungsfeste anstanden – dann mussten die Friseure auch noch mal vorher am Festtag kommen, damit man als Frau eine anständige Frisur hatte.
Die Fahrten und die Stube unterhalten, das Lichtgeld, den Strom für die Erwärmung der Haare und alles – das hat das VEG bezahlt.« Siegfried Göbel
»Wir Frauen konnten in Grünhof – das war in der Betriebsordnung vereinbart – jeden Monat zwei Friseurstunden nehmen. Wir haben in der Jungrinderaufzuchtanlage Grünhof ganz streng nach dem Schwarz-/ Weiß-Prinzip gearbeitet, mit Duschen, Schleuse und, und, und. Da die Frauen praktisch morgens und mittags bzw. abends durch die Dusche mussten, wurden die Haare ganz schön strapaziert. Die Betriebsleitung hat dann gesagt, dass sie Friseurstunden für die Frauen einführt. Das ist heute alles unvorstellbar.
Aber zwei Stunden haben nicht gereicht, um von Grünhof nach Löcknitz zum Friseur zu fahren. Es gab die Möglichkeit, alle acht Wochen vier Stunden – also einen halben Tag – zusammenzulegen: mittags mit dem Bus nach Löcknitz und abends wieder zurück.«
Heidi Hamann