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  • Dorfklub – Tanz der Ehepaare

    Dorfklub in Rothenklempenow

    »Zuerst gab es den ›Tanz der Ehepaare‹, das heißt, wir hatten z.B. Gäste vom Opernhaus und es wurden lange Kleider getragen, es wurde sich richtig herausgeputzt. 30 Mark kostete das. Wir hatten immer tolle Diskotheken, die Leute sind so gerne zu uns gekommen, weil wir so begeisterte Tänzer waren, uns musste man raustragen. Da der ›Tanz der Ehepaare‹ dann ein bisschen nachließ, haben sie später daraus ›Tanz der Paare‹ gemacht und dann konnten auch Jugendliche kommen. Das war einmal im Monat und ein bisschen lockerer.« Karin Fischer

     

    »Das war dieses Randevouz der Ehepaare. Da gab es ein Angebot, das war das Scheckheft. Das hatte man dann so erworben, und alle vier Wochen fand eine Veranstaltung in der alten Konsumgaststätte ›Zum Ansitz‹ statt.
    Mit Livemusik, Tanz, manchmal auch eine Modenschau – jedenfalls immer mit irgendeinem kulturellen Programm, und das war sehr, sehr schön. Immer auch ein klein bisschen Stress, weil es zu DDR-Zeiten nicht viel zu kaufen gab. Wir waren alle vier Wochen die gleiche Runde, und jedes Mal sollte etwas Neues zum Anziehen da sein.« Heidi Hamann

     

     

     

     

  • Dorfschule

    »Als die Lehrer noch auf dem Dorf wohnten und es eine Dorfschule gab, da gab es auch einen Dorfchor, der Lehrer hat dafür gesorgt. Und dann bauten wir die Zentralschulen.
    Da habe ich gesagt, damit stirbt die Kultur.« Siegfried Göbel

    »Früher war in jedem Dorf eine Schule und dann wurden die Nachkriegskinder immer mehr, immer mehr und dann ging es nicht mehr, dass alle, die in dem Dorf geboren wurden, dort auch zur Schule gingen. Dann wurde in Mewegen eine neue Schule gebaut.« Heidi Hamann

    »Hier war ja die Schule noch in den eigenen Orten, bei uns in Plöwen war sogar noch die 8. Klasse mit im Dorf, da waren immer zwei Klassen oder damals waren es sogar drei bis vier Klassen in einem Klassenraum.«  Marlene Krüger

    »[Hier in Rothenklempenow] gab es eine Lehrerin für zwei Klassen. Und da siehst du die zwei Reihen, das sind hier die Bänke noch, wo du reinkriechst, so Tintenfass oben und da sind immer zwei Reihen. In der Mitte waren Pfeiler und das war eine 1. Klasse und 2. Klasse und [im hinteren Raum] war das genauso, eine 3. und eine 4. Klasse.« Annelore Schönstedt

    Dorfschule und Bohnerwachs – Heike Fischer

    »Ich bin vier Jahre in Rothenklempenow zur Schule gegangen. Die erste und zweite Klasse waren zusammen in einem Raum, und später dann auch die dritte und vierte.
    Wir hatten eine sehr strenge Lehrerin. Jeden Tag hat sie die Fingernägel angeguckt, kontrolliert, ob die Schuhe geputzt waren und ob man ein Taschentuch dabeihatte – jeden Morgen.
    Und dann kam Axel aus meiner Klasse und sagte: ›Ich habe jetzt was Gutes erfunden – ich putze die Schuhe jetzt immer mit Bohnerwachs. Dann brauche ich sie nur jeden zweiten Tag ein bisschen nachpolieren und spare ganz viel Zeit.‹
    Dann haben wir unsere Schuhe immer mit Bohnerwachs geputzt.
    Ich musste ganz oft nachmittags zu ihr in die Küche und die Fingernägel putzen, scheuern. Aber das war sowieso Quatsch – wir mussten ja jeden Tag drei Kiepen Kartoffeln abkeimen, da waren die Finger danach sowieso wieder dreckig.« Heike Fischer