
»In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg waren Düngemittel rar. Es oblag der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) die Neubauern und Wirtschaftenden bei der Beschaffung von Düngemitteln zu unterstützen. In der DDR wurde der Einsatz von chemischen Mitteln in der Landwirtschaft stark gefördert. 50 % des staatlich geplanten Ertragszuwachses sollten durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und anorganischen Düngern erzielt werden.«
Chemisierung war neben Mechanisierung, Melioration, technischer Trocknung und Züchtung einer der wichtigen Intensivierungsfaktoren mit denen die Industriemäßigen Produktion vorangetrieben wurde.
»Zwischen 1960 und 1970 stieg der Stickstoffeinsatz in der DDR von 38 kg/ha auf 78,7 kg/ha (Statistisches Amt der DDR 1955-1990). So war der Düngemitteleinsatz in den 1970er Jahren in der DDR wesentlich höher als in der BRD. Auch der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft der DDR im Bereich Chemie stieg von ca. 1 % im Jahr 1965 auf 4,5 % im Jahr 1982. Ab den 1970er Jahren gehörten Düngung und Pflanzenschutz zu den Aufgabenbereichen der sogenannten Agrochemischen Zentren (ACZ), die als zwischenbetriebliche Einrichtungen für das Gebiet mehrerer Betriebe zuständig waren.«
»Neue Technik in Kombination mit neuen chemischen Hilfsmitteln wie Mineraldünger und Pflanzenschutzmitteln veränderte die bisherigen Systeme des Ackerbaus und der Grünlandwirtschaft grundlegend. Die günstigen und staatlich subventionierten Düngemittel ersetzten den Anbau von Leguminosen zur Bodenverbesserung. Fruchtfolgesysteme wurden aufgelöst und daraus resultierende ackerbauliche Probleme mit dem Einsatz chemischer Mittel bekämpft.«
Hochschule Neubrandenburg – Chemisierung
Siehe auch → Landwirtschaftspolitik