»Selbstverständlich war Egon Behm (Bürgermeister), wie Hans Rengert (Leiter der KAP bis 1958) oder Harry Ellmann (Leiter der KAP bis 1990), Mitglied der SED. Egon Behm besaß stets auch den richtigen Riecher für Beziehungen über die etwas für das Dorf erreicht werden konnte.« Dorfchronik von Rothenklempenow von Birgit Jawinski und Klaus Ziermann
»Ich wurde 1972 LPG-Vorsitzende – aber mit einigen Komplikationen. Die Leitung der LPG war parteilos. Bei der SED-Kreisleitung waren sie damit nicht einverstanden. Also holten sie sich vom Bezirk Hilfe, und so kam es wieder mal zu einem netten Besuch. Wir luden den Genossen zu Kaffee und Kuchen in die LPG-Küche ein.
Als es wieder um die Mitgliedschaft in der Partei und die Vorbildwirkung ging, wusste ich mich gut herauszureden. Ich sagte: ›Gut, ich werde Genosse der Partei – aber erst, wenn mir die Genossen der Grundorganisation hier ein Vorbild sind: wenn sie nicht mehr so viel Alkohol trinken und nüchtern zur Arbeit kommen.‹ Auch meinen geschiedenen Mann zog ich mit ins Boot und sagte: ›Der ist mir auch kein Vorbild mit seinen Frauengeschichten.‹ Und damit war die Sache bis zur Wende beendet.« Renate Blümel
»Ich war auch Mitglied in der Partei – durch die Armee. Da hat man mir gesagt: ›Also, Karin, du bist hier bei der Armee, da erwarten wir, dass du in die Partei reingehst.‹
Aber ich wäre bald in den Knast gekommen, denn ich bin ein sehr gerechter Mensch.
Bei den Versammlungen wurden immer die Kleinen zusammengeschissen – die Großen, die gesoffen oder Scheiße gebaut haben, das wurde nicht gesagt.
Und mein Offizier, der für mich zuständig war, sagte: ›Halte deine Gusche! Halte deine Gusche, du gehst ins Unglück.‹
Und da musste ich die Zähne zusammenbeißen und dieses ganze Ungerechte ertragen.« Karin Fischer