Auf der 33. Tagung des Zentralkommitees der SED 1957 wurde die Errichtung von Offenställen nach sowjetischem Vorbild beschlossen und fortan propagiert, aber auch durch politischen und ökonomischen Druck auf die LPG durchgesetzt.
In den klimatisch günstigeren Regionen der Sowjetunion hatte die Offenstallhaltung positive Ergebnisse erzielt. Jedoch führten die kalten Winter in der DDR zu erheblichen Problemen: Milchleistung ging zurück, Jungvieh erfror, und die Arbeit in den Ställen war erschwert. Die praktischen Schwierigkeiten führten zu einer breiten Ablehnung des Offenstalls und schließlich ab 1961 zur sogenannten “Komplettierung” der Offenställe, was vor allem bedeutete, dass die offenen Ställe zu geschlossenen Stallanlagen umgebaut wurden.
»Ein LPG-Vorsitzender im Kreis Salzwedel, der 1959 wegen Zumauerns seiner Offenställe eine Strafe in Höhe von 500 Mark bezahlen musste, erhielt 1961 eine Prämie von 500 Mark dafür, daß er die Offenställe schon geschlossen hatte.« Siegfried Prokop: Unternehmen „Chinese Wall“. Die DDR im Zwielicht der Mauer R.G. Fischer Verlag, Frankfurt 1992.
»1958/1959 bauten Mitglieder der LPG Rothenklempenow ihren ersten Offenstall.» Dorfchronik von Rothenklempenow, Birgit Jawinski und Klaus Ziermann
»Die Offenställe waren von einer Seite offen und dann haben sie gemerkt, dass da alle nur im Matsch und Dreck standen, dann wurden sie mit der Zeit zugebaut.« Annelore Schönstedt
