»Ich war auch verantwortlich für die Neuerer-Tätigkeit im Betrieb. Wenn jemand einen Neuerer-Vorschlag gemacht hatte, landete das bei mir auf dem Schreibtisch. Ich musste den Nutzen berechnen, und dann bekam er eine Prämie – so und so viel Prozent von dem erwirtschafteten Nutzen.
Neuerervorschläge waren z.B. Dinge in der Werkstatt oder auch in der Feldwirtschaft. Arbeiten, die man vorher vielleicht mit zwei Arbeitsgängen gemacht hatte, konnte man dann in einem erledigen – und dadurch musste man z.B. nicht so oft mit dem Traktor aufs Feld.
Die Neuerer, das waren unsere Genossenschaftsbauern oder unsere Handwerker in der Werkstatt, unsere Schlosser und so weiter, die sich Gedanken gemacht haben und sagten: ›Mensch, hier könnten wir doch mal was ändern.‹
Ein Beispiel fällt mir gerade ein, weil es auch in meinen Bereich fiel: die Betankung auf dem Feld. Damals war das noch nicht so, dass wir mobile Geräte hatten, um rauszufahren. Dann haben wir ganz primitiv einen Tankwagen genommen und hinten eine Kreiselpumpe angebaut und einen Schlauch dran. Diese Kreiselpumpe wurde vom Traktor über die Hydraulik in Bewegung gesetzt. Dadurch ist ein Effekt entstanden, dass man eben tanken konnte. Und dann ist dieser Tankwagen von Mähdrescher zu Mähdrescher gefahren oder von Feldhäcksler zu Feldhäcksler und konnte die vor Ort betanken.
Das waren so Ideen, die unsere Leute entwickelt haben – und wir selber auch. Und da waren wir natürlich sofort hinterher und haben das unterstützt, ohne Wenn und Aber. ›Das ist gut für uns, das machen wir‹ – und das wurde ruckzuck durchgesetzt, ganz schnell.« Herbert Zimmermann
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