»Meine Schwester ging nach Pasewalk in dieses Gymnasium [EOS], und da gab es auch ein Internat – weil ja kein Bus gefahren ist. Wie sollte sie da sonst immer hinkommen?
Aber für sie war das Internatsleben ganz schrecklich. Sie ist oft in der Woche mit dem Fahrrad einfach von Pasewalk bis hierher gefahren – ganz, ganz oft. Sie war nicht so anpassungsfähig, und es hat ihr irgendwie überhaupt nicht gefallen. Die Internatsleiterin war sehr streng.
Und ich war in Seewalde – das war so wie ein Nonnenhof. Ich habe Erzieher gelernt, das hieß damals Studium, zwei Jahre lang, mit 240 Mädchen. Das war auch sehr interessant. Seewalde liegt ungefähr 30 Kilometer von Neustrelitz entfernt.
In Neustrelitz gab es eine große Bereitschaftspolizei, und mit der hatte unsere Schule einen Patenschaftsvertrag. Dann kam einmal im Monat ein Bus mit 40 Soldaten nach Seewalde – zu 240 Mädchen – und das nächste Mal ein Bus mit 40 Mädchen zu 500 Soldaten zur Tanzveranstaltung. Das war immer sehr lustig.
Ich war ja nicht so ein Draufgängertyp, aber als Beobachter fand ich das immer cool, wie die sich alle gleich einen ausgesucht haben und hingestürzt sind. Die Lehrer saßen natürlich auch dabei und haben aufgepasst, dass keiner nach draußen, um die Ecke geht. Das war schon ein bisschen streng.« Heike Fischer
Internat
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