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Gesundheitsschutz

Der Begriff Gesundheitsschutz bezeichnet ein umfassendes, staatlich organisiertes Gesundheitssystem der Vorsorge, Prävention und kostenlosen medizinischen Versorgung. Es umfasste sowohl die Arbeitswelt als auch das öffentliche Leben. Die Gesundheitspolitik der DDR orientierte sich an dem Gesundheitswesen der Sowjetunion und Traditionen der Arbeiterbewegung sowie der deutschen Sozialhygiene. Die Sozialhygiene legt den Schwerpunkt auf den Einfluss der gesellschaftlichen Umwelt auf die Gesundheit. Die Gesundheit wurde nicht als Privatsache begriffen. Sie lag nicht allein in der Verantwortung der einzelnen Menschen, sondern auch der Betriebe und vor allem des Staates. Der Gesundheitsschutz wurde zentralistisch organisiert und geplant.

»Im ersten Fünfjahrplan wurde als Grundlage für die weitere Entwicklung des Gesundheitswesens der Neubau von Polikliniken, Ambulanzen und Landambulatorien aufgeführt. […] Darüber hinaus wurde die gesundheitliche Betreuung der auf dem Land arbeitenden Bevölkerung als besonderer gesundheitspolitischer Schwerpunkt genannt. Obwohl 250 Landambulatorien neu entstanden, konnte der Bedarf jedoch nicht gedeckt werden. Hier sollten Betriebssanitätsstellen und Gemeindeschwesternstationen auch ärztliche Aufgaben übernehmen.«
Schagen, Udo & Schleiermacher, Sabine. (2004). Gesundheitswesen und Sicherung bei Krankheit: DDR 1949-1961. Im Zeichen des Aufbaus des Sozialismus.